Sorge dafür, dass Menschen (gut) ankommen können!“
Ein gelungenes Treffen ist wie ein gutes Meeting: Wenn wir gut ankommen, entspannt sich unser Nervensystem. Sätze wie „Schön, dass Du da bist!“ oder „Danke, dass ihr euch auf den Weg gemacht habt!“ sollten in den ersten Momenten nicht fehlen. Sie zeigen Wertschätzung und erkennen an, dass Menschen Zeit und Mühe investiert haben. Rechne mit Begeisterung und Überschwang, wie z.B. von Oma Lisbeth, die sich so willkommen fühlt, dass sie vor Freude in die Küche stürmt, den Kühlschrank aufreißt und lauthals ruft „Sekt für alle!“ Solche Details machen oft den Unterschied.
Nun kommt etwas, das nicht zum normalen Besteck gehört: „Lasst uns erst mal kurz hören, wie es euch allen geht!“ Uups! „Und was ist mit dem Sekt?!“ Aus facilitativer Sicht hilft es dem Miteinander, wenn alle sich kurz im Kreis einfinden und erzählen, wie es ihnen geht. Nicht bilateral zwischen Tür und Angel und Sekt, sondern so richtig als „Event“! Ein „Check-in“ (muss man privat nicht so nennen) sorgt für ein „Wir“-Gefühl und ermöglicht es, sich authentischer zu begegnen.
Die Botschaft:
„Deine Menschlichkeit ist hier willkommen. Du musst nichts an der Tür lassen, um ein guter „Gast“ zu sein.“
Wenn man schon mal im Kreis steht, kann man neben der aktuellen Verfassung („Wie geht es dir?“) auch anderes besprechen. Hier ein paar Fragen, die für Check-ins hilfreich sein können (Quelle: www.thecircleway.net, „Resource Bundle: Check-Ins“, weihnachtlich angepasst):
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Wir wissen alle, dass die Adventszeit oder auch Weihnachtszeit zuweilen stressig
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sein kann. Wie bist Du heute hier? Wo ist heute dein Kopf und wo dein Herz?
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Was hat dir in letzter Zeit Freude bereitet?
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Was ist dir in der Adventszeit begegnet oder was hast Du erlebt, das dir Hoffnung gegeben hat?
Circle Way-Praktiker Tenneson Woolf sagt:
„Das Ergebnis eines Check-in-Kreises ist die Wiederbegegnung eines Ökosystems mit sich selbst.“
Eine Gruppe ist mehr als eine Organisation – sie ist ein Organismus, ein Ökosystem, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Das Wiederentdecken von Verbindungen, Gemeinsamkeiten und sogenannten Zufällen hilft uns, zu vertrauen, uns zu öffnen und authentischer zu sein.
„Können wir denn jetzt den Sekt trinken?“ fragt Oma Lisbeth. „Ja, wir können meine Liebste! Es wird grandios!“ Alles, was ab jetzt passiert, überlassen wir der weihnachtlichen Magie. Nach dem Check-in wird es wahrscheinlich anders als sonst.
Übrigens: Ein Treffen daheim kann auch bewusst abgerundet werden. Der „Check-out“ (muss man immer noch nicht so nennen) gibt dem Nervensystem das Signal: „Hier geht etwas zu Ende.“ Im Privaten passiert dies oft mit Umarmungen und einem „Auf Wiedersehen!“. Für weihnachtliche Treffen im Kreise der Lieben kann ein Abschlusskreis hilfreich sein, der die Gemeinschaft abrundet. „Lisbeth, kannstDu mal kurz die Flasche wegstellen? Komm doch mal her, ja? … Ja, wir wollen uns nochmal kurz zusammenstellen.“ Als Gastgeberin spreche ich vielleicht einen Dank aus und könnte anschließen mit …
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Was möchtest du von heute feiern?
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Wofür bist du dankbar?
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Worauf freust du dich jetzt?
So können sich die Lieben rundum und wertschätzend verabschieden. Das weihnachtliche Treffen bekam einen Hauch von „Circle“ und ist für und mit allen Sinnen vollendet.