Facilitation – der Weg zu einer dialog- und handlungsorientierten Organisationsentwicklung

Seit einiger Zeit gibt es einen Buch Klub Facilitation. Lesende treffen sich regelmäßig zum Austausch und gemeinsamen Lernen. Mehr Infos hier.

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In den letzten zwei Jahren haben Roswitha und Holger, mit Unterstützung der Partnerinnen und vieler Weggefährten, die Zeit genutzt, das Erfahrungswissen der Kommunikationslotsen rund um Facilitation und Facilitative Leadership in ein Buch zu bringen. Sie wurden kurz vor der Pandemie vom Verlag VAHLEN gefragt, ob sie ein Buch über den Facilitation-Ansatz der Kommunikationslotsen schreiben wollten. Ja, wollten sie! Schon lange geisterten unfertige Manuskripte umher. Nun schien dies wirklich eine Chance zu sein! Und das war sie auch. Mithilfe eines wundervollen Lektors und der Unterstützung vieler lieber Menschen, wurde ein tolles Buch mit rund 480 Seiten geschrieben. Hier vorab der "Check-in" ins Buch. Eine Leseprobe wird über Neuland zur Verfügung gestellt.

Das Buch könnt ihr hier bestellen

„Dieses Buch ist das Standardwerk für modernes Facilitation. Es wurde von sehr erfahrenen, reflektierten Facilitatoren geschrieben, denen die Schaffung von humanen, antwortfähigen und kreativen Arbeitsumgebungen am Herzen liegt. Es ist voll von Referenzen, Beispielen und durchdachten Interpretationen.“

Christina Baldwin & Ann Linnea, The Circle Way Founders

 

„400 Seiten mit Substanz, Relevanz und einer Bedingungslosigkeit, wie sie selten anzutreffen ist. Ein Buch mit den Narben von 20 Jahren Arbeit an und mit Organisationen, das in keinem Transformationskoffer fehlen sollte.“

Gregor Schrott, VP, Robert Bosch

 

Check-in

Mit „Willkommen im Kreis!“ begrüßen wir gern Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Meetings, Fortbildungen und Konferenzen. Und so heißen wir alle Leserinnen und Leser willkommen.

„Check-in“ im Kreis bedeutet, dass Menschen eingeladen werden, zu Beginn und reihum Worte zu finden, mit denen sie sagen: „Mein Name ist ..., ich bin jetzt hier und bin bei dem, was wir jetzt vorhaben dabei.“ Diese kleine Etikette für den Beginn zeigt segensreiche Wirkungen für Zusammenkünfte aller Art, von denen wir ausführlich berichten.

„Wir teilen uns die Verantwortung für die Qualität!“

Wenn sich diese Grundannahme, die wir Autoren verinnerlicht haben, stärker in Organisationen durchsetzt, dann wird sich eine andere Wirklichkeit kristallisieren. Sie verändert organisationale Zusammenarbeit und Koordination in Richtung kollektiver Intelligenz. Deshalb ist sie fulminant. Man stelle sich vor: „Wir teilen uns die Verantwortung für die Qualität dieses Unternehmens!“, „Wir teilen uns die Verantwortung für die Qualität dieses Veränderungsprozesses!“, „Wir teilen uns die Verantwortung für die Qualität dieses Meetings!“ ... Und natürlich auch: „Wir teilen uns die Verantwortung für die Qualität unserer gemeinsamen Welt und Zivilisation!“

Für die positive Wirkung dieses Buchs, für das wir unser Bestes gegeben haben, heißt es auch: „Wir teilen uns die Verantwortung für die Qualität dieser Leseerfahrung!“ Jeder von uns gibt den eigenen, notwendigen Teil hinzu – wir als Autoren die sinnvolle Struktur, die Erfahrung, die Recherche und einen hoffentlich inspirierenden Inhalt. Du, der Leser und die Leserin, ein gewisses Maß an Interesse, Offenheit, Eigenmotivation.

Facilitation ist eine Denk- und Lebensschule, ein Handwerk und eine Kunst. Daher ist das Buch etwas für Menschen,

  • die sich für ihr eigenes Denken, ihre Wahrnehmungen und Interpretationen von Wirklichkeit interessieren (Denk- und Lebensschule),
  • die praktisch veranlagt sind und konkrete Hinweise, Methoden und Tipps für dialog- und beteiligungsorientierte Veränderung und Transformation suchen (Handwerk),
  • die das Leben selbst, ebenso wie ein Gruppenereignis oder ein stimmig entwickeltes Kollektiv als künstlerischen Akt begreifen und die diesen Aspekt noch mehr für sich herausarbeiten wollen (Kunst).

Wir haben diese Aspekte zwischen dem Denken, dem Handwerk und der Kunst erfahrungsbasiert beschrieben. Alles kommt direkt aus der Praxis der Kommunikationslotsen. Die Berufung des Facilitators nährt sich aus einem tiefen und beständigen Bekenntnis zu den Wurzeln der Organi- sationsentwicklung als einer demokratischen Praxis. Die Leidenschaft des Facilitators liegt darin, Organisationen als lebendige Organismen verstehbar zu machen und Kommunikation so zu orga- nisieren, dass Menschen mehr Stimmigkeit und Selbstwirksamkeit erfahren. Diese Orientierung am Menschen und am Organisationalen ist der besondere Beitrag von Facilitation in dieser Zeit.

„Die Kunstform der Zukunft ist die Gruppe. Die Intelligenz und das Wohlwollen, die wir brauchen, können nur von der Gruppe kommen, von Vereinigungen von Männern und Frauen, die versuchen, gegen die Impulse der Illusion, des Egoismus und der Angst zu kämpfen.“ Jacob Needleman

Der Facilitation-Ansatz, den wir beschreiben, ist sprachlich und inhaltlich anders als vieles, was im Bereich von Führung, Management, Beratung und Change zu finden ist. Begriffe wie „Liebe“, „Unerschrockenheit“ und „Bedürfnisfreiheit“ haben ihren Weg in unsere Praxis und in dieses Buch gefunden. „Ihr liebt die Menschen!“, sagen viele unserer Klienten. Und so schreiben wir auch über die „gute Medizin“, die die Facilitatorin bringt – die „good medicine“, wie sie bei indigenen, erdverbundenen Völkern genannt wird. Wir tauchen ein in altes Wissen von Zeremonien in Verbindung mit Übergangsritualen und verschiedenen helfenden Rollen und Praktiken.

Das Buch ist an der Leserin und am Praktiker ausgerichtet, an all den konkreten, teils herausfordernden Situationen des Alltags der Führung und Beratung in Veränderungsprozessen im organisationalen Anwendungskontext. Das heißt, es beinhaltet Erfahrungen und mitunter auch hilfreiche Antworten oder alternative Sichtweisen auf all die Fragen, die einem regelmäßig in diesem Feld begegnen.

Ausdrücklich wollen wir es nicht nur Menschen in Prozessbegleitung und Beratung, sondern auch in Führungsrollen empfehlen. Wir nennen das „Facilitative Leadership“. Warum die Führungskraft der Zukunft ein Facilitator ist, behandeln wir gleich am zu Beginn des Buches.

Interessant dürfte sein, dass Facilitation, facilitative Praktiken und Prinzipien in allen Lebensbereichen und Berufen anwendbar sind. So haben wir bereits von facilitativer Landschaftsgestaltung, facilitativer Architektur, facilitativer Schule und facilitativer Elternschaft und vielen weiteren Anwendungsfeldern gehört.

Jeder Mensch kann Facilitator sein. Daher liefern wir mit diesem Buch konkrete Hilfestellung und Prozess-know-how, Facilitation in all der Anwendungsvielfalt handhabbar machen.

Uns ist es ein Anliegen, Personen jeden Geschlechts zu berücksichtigen und zu würdigen. Zur flüssigen Lesbarkeit haben wir uns deshalb entschieden, abwechselnd und ohne erkennbares Schema mal in der weiblichen und dann in der männlichen Form zu schreiben.

Facilitation kann ein Leben verändern.

Unser Leben hat es verändert. Und das Leben vieler unserer Klientinnen in Facilitation-Projekten, -Fortbildungen und -Curricula. Das Buch „Facilitation“ wird dies fühlbar machen.

Und zu guter Letzt eine Warnung: Nutze alles aus dem Facilitation-Ansatz, das Denken, das Handwerk und die Kunst. Nur nenne es nicht „Facilitation“! Nutze es als hilfreichen Bestandteil deiner Praxis. Doch lass uns darauf verständigen, das Etikett „Facilitation“ zu suspendieren. Wenn uns das in der Facilitation-Community gelingt, dann dürfen wir diese Urprinzipien des Lebendigen und die daraus resultierenden, höchst praktischen und oft auch weisen und entlastenden Vorgehensweisen auch in Zukunft noch lange kultivieren. Facilitation als „Denkschule ohne Namen“, als „Handwerk ohne Bezeichnung“ und als „Kunst ohne Etikett“ bleibt uns allen dann noch lange erhalten.

Wir wünschen eine einladende, inspirierende und ermutigende Leseerfahrung!

Holger Scholz & Roswitha Vesper im Januar 2022

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TRAINING BUCHEN

Erfahrungen zum Buch

Um Facilitation/Facilitative Leadership anzuwenden, reicht es oft nicht ein Buch zu lesen oder darüber zu sprechen. Interaktion und Reaktion im direkten menschlichen Kontakt beschleunigen und vertiefen das Lernen.

Eine Fortbildung bei den Kommunikationslotsen bedeutet Lernen und Austausch mit besonderen Menschen, in besonderen Settings an außergewöhnlichen Orten!

Das ist gut investierte Lebenszeit.

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