Lade ein zum Geschichten erzählen

Oftmals laden wir im Rahmen von Facilitation ein, Geschichten zu erzählen. Das hat viele gute Gründe: Positive Geschichten setzen das innere Leben in Bewegung. Sie transportieren Wahrheiten und Möglichkeiten, sie regen die Fantasie und Kreativität an, sie trösten und motivieren, sie besänftigen und zeigen neue Wege, sie laden ein, Werte auszudrücken, zu erforschen und anzupassen, sie beleben den menschlichen Geist und machen neugierig. Kurz: Geschichten sind auch für Weihnachten unverzichtbar.

Gerade an Weihnachten, wenn sich Menschen treffen, die das ganze Jahr über vielleicht wenig Berührungspunkte haben, kann eine humorvolle oder herzerwärmende Anekdote die perfekte Brücke sein. Geschichten wirken wie ein magischer Klebstoff:

Sie bringen uns zum Lachen, zum Staunen und manchmal sogar zum Stirnrunzeln – aber in jedem Fall zum Miteinander!

Wie wäre es mit einer Runde: „Weißt du noch…?“.

Erinnert euch an frühere Weihnachtsfeste und erzählt Geschichten, die immer wieder für herzhaftes Lachen sorgen. Jede Familie hat ihre kleinen Katastrophen und Pannen. Der Truthahn, der beim ersten Versuch explodierte, oder das Geschenk, das unabsichtlich beim falschen Familienmitglied landete. Diese „legendären“ Geschichten sind oft die am meisten erzählten und sorgen dafür, dass sich alle entspannen und zusammen lachen können.

Geschichten berühren und holen mit ein wenig Glück auch zurückhaltende Gäste aus der winterlichen Distanz. Momente des Jahres teilen, die berührt oder glücklich gemacht haben, sorgen für eine Nähe, die über das bloße „Wie war dein Jahr?“ hinausgeht.

Wie wäre es mit einer Runde: Eine „Sternstunde des Jahres“ oder ein kleiner Weihnachtsmoment, der einfach gut war.

Alle sind eingeladen, einen besonderen Moment des Jahres zu erzählen, der ihm oder ihr wichtig war. Das kann das neue Lieblingshobby sein, eine Reise, ein Erfolgserlebnis oder auch eine kleine Geste, die Freude gemacht hat. Diese Geschichten laden dazu ein, über persönliche Erlebnisse zu sprechen. Solche Erzählungen schaffen ein Gemeinschaftsgefühl und die passende Atmosphäre, um auch das neue Jahr inspiriert zu starten.

Storytelling (Geschichten teilen) ist nicht nur zuhören, sondern kann auch ein gemeinsames Erlebnis sein. Eine Geschichte entsteht durch schöpferische Zusammenarbeit. Beim Erzählen ist die Fantasie aller gefragt. Es entsteht eine gemeinsame Geschichte, bei der alle ihre Sichtweisen oder Erinnerungen beisteuern.

Und plötzlich ist das Fest nicht nur eine Erinnerung an Vergangenes, sondern auch eine kreative und lebendige Runde, in der neue Ideen und Anekdoten entstehen.

Wie wäre es mit einer Runde, die mit dem Satz beginnt: „Unsere Familie feiert Weihnachten…“

Alle dürfen genau einen Satz ergänzen. Großartig, so kommt ans Kerzenlicht, was allen als erstes einfällt. Eine ganz neue Weihnachtsgeschichte entfaltet sich.

Geschichten sind nicht nur der unsichtbare Faden, der einen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt. Geschichten erzählen und Erinnerungen teilen hilft zudem noch, Alzheimer vorzubeugen und das Gehirn bis ins hohe Alter fit zu halten.

Das liegt daran, dass das Erzählen von Geschichten viele Bereiche unseres Gehirns aktiviert und stärkt – und das wirkt wie ein Training für unsere grauen Zellen. Zugegeben, das interessiert die Älteren wahrscheinlich mehr als die Jungen, aber es lohnt sich, früh zu beginnen und Geschichten zu einem unverzichtbaren Teil von Weihnachten zu machen.